Cat's Taste - Weil Katzen etwas Besonderes sind

Samstag, 9. Mai 2015

Ein Kätzchen soll einziehen


Du hast Dich entschieden einem Kätzchen ein neues Zuhause zu schenken, allerdings stellen sich nun weitere Fragen:




Jungtier oder erwachsene Katze - welches Tier passt zu mir?


Diese Frage zu beantworten ist schwierig und hängt vermutlich davon ab ob und welche Erfahrungen man bisher mit Katzen gemacht hat. Für mich war klar, ein Jungtier zu nehmen, weil ich das Kätzchen nach meinen eigenen Vorstellungen erziehen wollte. Dieser Punkt war für mich ein wichtiger Aspekt, denn es ist viel einfacher einer Katze etwas neues anzutrainieren, als verankerte Gewohnheiten wieder los zu werden. Das sehe ich bei meiner Katze „Campino“ jeden Tag, denn leider hat der Züchter wenig Erziehungsarbeit geleistet, was zur Folge hatte, dass Campino einige schlechte Angewohnheiten mitgebracht hat. Beispielsweise dulde ich nicht, dass eine Katze auf dem Esstisch sitzt, dies musste ich meinem Kätzchen in mühsamer Kleinarbeit abgewöhnen. Heute geht sie nicht mehr auf den Tisch, zumindest nicht in meiner Gegenwart, was sich abspielt wenn ich nicht Zuhause bin, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt


Man ist also auch bei einem Jungtier nicht davor geschützt, sich einen Mitbewohner mit schlechten Angewohnheiten ins Haus zu holen, allerdings hat man meist die Möglichkeit vorab mit dem Vorbesitzer darüber zu sprechen, was die Katzen in ihrem Zuhause dürfen und was nicht. Außerdem ist es erfahrungsgemäß einfacher eine junge Katze zu erziehen als ein erwachsenes Tier, das bestimmte Gewohnheiten schon stärker verinnerlicht hat.

Der Vorteil einer erwachsenen Katze ist, dass sie oft schon ein gefestigterer Charakter ist und man ihr nicht mehr so viele Dummheiten abgewöhnen muss, wie einer Jungkatze. Grundlegend kann man eine Babykatze mit einem Kleinkind vergleichen, sie sind neugierig und testen Grenzen aus. Hier muss man sich einfach dessen bewusst sein, dass es mitunter starke Nerven braucht, um bei der Erziehung nicht die Geduld zu verlieren, denn so wie Kinder haben auch Katzen immer den längeren Atem.

Erwachsene Katzen sind dagegen ruhiger und haben nicht mehr unmittelbar den Drang zu provozieren oder „ihre Menschen auszutesten“. Für jemanden der gar keine Katzenerfahrung hat, kann es also durchaus von Vorteil sein erst einmal ein älteres Tier (ab 3-4 Jahren) aufzunehmen.



Lieber eine Haus- oder eine Rassekatze?


Es ist wohl wirklich eine persönliche Vorliebe für welches Tier man sich entscheidet. Ich habe auch eine Zeitlang mit dem Gedanken gespielt eine Tierheimkatze aufzunehmen, aber dann habe ich angefangen mich mit Rassekatzen zu beschäftigen (früher hat meine Familie mal eine Siamkatze besessen, von der wir alle sehr begeistert waren) und bin bei der „Kartäuser“ Katze hängen geblieben. Für mich war der wichtigste Aspekt, dass ich eine Katze nehmen möchte, die nie an Freigang gewöhnt war und die sich somit nicht umstellen muss, wenn sie plötzlich nur noch in der Wohnung gehalten wird. Die meisten Tierheimkatzen sind als Streuner aufgelesen worden, somit fallen diese Katzen bei einer solchen Entscheidung schon mal weg. Man muss sich immer vor Augen halten, dass eine Katze die daran gewöhnt war ihre eigenen Wege zu gehen, versuchen wird aus der Wohnung zu entwischen, egal wie gut sie es bei ihrer neuen Bezugsperson haben mag.
Als ich ein Kind war, hatten wir eine Hauskatze die an Freigang gewöhnt war. Da wir auf dem Land gelebt haben, bestand keine Veranlassung das Tier im Haus zu halten. Doch dann hat es sich ergeben, dass meine Schwester und ich unseren Bruder in Würzburg besuchen sollten und da sich niemand um die Katze hätte kümmern können, haben wir sie mitgenommen. Leider konnte „Lara“ Türen öffnen und da die Wohnungstür meines Bruders nicht abgeschlossen war, hat sie es nachts geschafft zu entwischen. Wir haben sie leider nicht mehr wiedergefunden und da sie an den Stadtverkehr nicht gewöhnt war, mussten wir uns langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass Lara vermutlich überfahren wurde oder sich verirrt und es somit nicht geschafft hat den Weg nach Hause zu finden.
Ich habe mich unter anderem deshalb für die Kartäuser Katze entschieden, weil diese ein sehr ruhiges Naturell hat und sich sehr gut an ihre Umgebung anpassen kann. Da Campino die ersten 12 Wochen ihres Lebens ausschließlich in einer Wohnung verbracht hat, bestand auch nicht die Gefahr, dass sie sich einen Fluchttunnel graben würde, um ins Freie zu gelangen.



Wo kann ich mich nach einem Kätzchen umsehen?:


Also in erster Linie bietet natürlich das Internet eine Vielzahl an Möglichkeiten. Beispielsweise hat „Whiskas“ eine Katzenbörse, wo jeder der eine Katze vermitteln möchte, ein Inserat schalten kann. Die Inserate stammen sowohl von Züchtern und Privatpersonen, als auch von Hilfsorganisationen. Eine weitere gute Möglichkeit ist „willhaben“, hier gibt es eine eigene Haustier-Rubrik und man kann schon anhand von Fotos einen ersten Eindruck gewinnen. Auch die Veterinäruni Wien (VedMed) bietet eine Tiervergabe an, in erster Linie handelt es sich um Fundkatzen die verletzt in die Klinik gebracht wurden und keinen Besitzer (mehr) haben. Und natürlich gibt es auch in Wien ein Tierheim, in dem genug Katzen auf ein neues Zuhause warten.
Auf folgende Punkte sollte man bei Internet-Inseraten achten:
  • Wie sehen die Fotos aus, wirken die Tiere gesund und gepflegt?
  • Sind die Fotos vor einem weißen Hintergrund und wirken dadurch eher „gestellt“ oder sind die Tiere in alltäglichen Situationen (beim spielen, schlafen, etc.) aufgenommen?
  • Wird im Inserat etwas über das Tier erzählt, beispielsweise über den Charakter, Eigenheiten, Marotten?
  • Gibt der Züchter/die Vergabestelle an, wie das Tier abgegeben wird (entwurmt, geimpft, entfloht, mit Papieren)?

Wenn man sich dann einige Inserate heraus gesucht hat, die einem seriös erscheinen, gilt es Termine auszumachen um die Tiere anzuschauen.



Ein Kätzchen von einem Züchter/von einer Privatperson oder doch aus dem Tierheim? Worauf sollte ich achten? 


Züchter/private Anbieter:


Es empfiehlt sich immer die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung zu besuchen, egal ob man ein Tier von einem Züchter oder einer Privatperson nehmen will. Anbieter die die Tiere zum Interessenten nach Hause bringen wollen, sind mit Vorsicht zu genießen. Du solltest immer bedenken, dass Du nichts über den Anbieter und das Tier weißt. Du kannst nicht einschätzen wie es gehalten wurde, ob es sozialisiert ist und in welchen Umständen das Kätzchen gelebt hat oder leben musste.

Bei einem Besuch kannst Du Dich auf Deinen ersten Eindruck verlassen, dieser trügt einen selten. Achte darauf wie es in der Wohnung riecht, merkt man sofort beim rein kommen, dass in der Wohnung Tiere gehalten werden? Riecht es stark nach Ammoniak, dem typischen Begleitgeruch von Katzenurin?

Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die eine oder andere Katze schon mal in eine Ecke oder auf ein Möbelstück gepinkelt hat. Das bedeutet nicht, dass deswegen alle Katzen und/oder Kitten unsauber sind, aber es ist ein erstes Indiz, dass die Tiere ihr Katzenklo nicht konsequent benutzen.
Schau Dir an wie die Tiere wohnen. Toben sie im Wohnzimmer herum oder werden sie in einem separaten Zimmer gehalten? Auf meiner „Besichtigungstour“ wurde ich einmal in eine Wohnung geladen, die ich als Zumutung empfunden habe. Die Katzen wurden in einem separaten Raum gehalten, das Katzenklo war zwar sauber, aber in dem Raum lag eine gammelige Matratze, auf der die Katzen wohl auch zeitweise ihr Geschäft verrichtet haben. Der Gestank war absolut unerträglich. Die Kitten waren vollkommen überdreht und sind wie wahnsinnig durch die Wohnung getobt, als die Besitzer die Tür geöffnet haben, ließen sich aber nicht einmal von ihren Bezugspersonen anfassen und sind panisch unter den Möbeln verschwunden. 

Du solltest also darauf achten wie die Tiere unter gebracht sind, aber auch wie sie auf ihre Besitzer reagieren. Tiere die mit ihren Bezugspersonen zusammen wohnen (also nicht separat gehalten werden) und ständigen Kontakt haben, werden sich Besuchern gegenüber vielleicht zögerlich verhalten, aber niemals ihren vertrauten Menschen gegenüber. Wenn sich die Kitten von ihren eigenen Betreuern nicht anfassen lassen wollen, stimmt etwas ganz und gar nicht.

Achte auch darauf wie die Elterntiere aussehen (Fell, Augen, körperlicher Gesamtzustand) und lass Dir diese zeigen. Manchmal ist es so, dass der Kater nicht im gleichen Haushalt lebt, um eine permanente Deckung der Katze zu vermeiden. Aber, das Muttertier muss mit den Kitten zusammen sein und auch dieses Tier gibt Aufschluss über das Verhältnis zu den Besitzern und den Kitten.

Wenn das Muttertier entspannt auf dem Sofa liegt und sich zumindest von den eigenen Besitzern streichen lässt, ist das schon mal ein Anzeichen für eine liebevolle Betreuung.

Das Muttertier in der besagten Wohnung wirkte vollkommen nervös, ist ständig hin und her gelaufen, hat versucht sich an ihre Besitzerin zu schmiegen, die aber kein Interesse hatte das Tier einmal anzufassen. Auf mich wirkte die Katze vollkommen abgewirtschaftet (das Fell war stumpf und hing herunter, die Augen waren verklebt, das Tier wirkte sehr mager), wie eine Zuchtmaschine, die nur dazu gedacht war Kitten in die Welt zu setzen, damit diese dann teuer verkauft werden konnten.

Ich habe nach meinem Besuch den Tierschutz informiert und sie auf diese „Zucht“ aufmerksam gemacht. Angeblich waren diese Leute im Züchterverband eingetragen, Papiere konnten sie mir allerdings keine vorlegen, die ihre Aussage untermauert hätten.


Tierheim/Hilfsorganisation: 


Sich im Tierheim nach einer Katze umzusehen hat natürlich immer den Vorteil, dass man von einer seriösen Vermittlung ausgehen kann. Die Pfleger kennen ihre Schützlinge meist ziemlich genau und können Fragen zu Eigenheiten, Vorlieben und Gesundheitszustand problemlos beantworten. Außerdem ist man im Tierheim/bei Hilfsorganisationen daran interessiert die Tiere langfristig zu vermitteln und sie in ein liebevolles Zuhause zu geben. Kein Tierheim möchte, dass das vermittelte Tier nach wenigen Wochen wieder bei ihnen landet, deshalb schauen sich auch die Betreuer die Interessenten sehr genau an. Manche Hilfsorganisationen bestehen sogar darauf, die Wohnung des Interessenten vorab zu begehen und entscheiden erst danach ob sie ein Tier an die Person vermitteln. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich meist um die Kastration der Tiere keine Gedanken machen muss, da diese bereits vom Tierheim/der Organisation vorgenommen wurde und man nur einen Unkostenbeitrag bzw. eine Schutzgebühr zu bezahlen hat. Die Gebühr soll verhindern, dass jemand aus einer Laune heraus eine Katze aufnimmt und diese dann nach wenigen Tagen oder Wochen zurück bringt oder, noch schlimmer, einfach auf der Strasse aussetzt.

Der „Nachteil“ bei einer Katze aus dem Tierheim ist mitunter, dass es sich um sehr scheue und ängstliche Tiere handeln kann. Oft handelt es sich um Streuner oder Katzen die ausgesetzt wurden und die eine schlimme Vorgeschichte mit sich herum tragen. Von „in einer Kiste auf der Müllkippe entsorgt“ bis „in einen Plastikbeutel gesteckt und in den nächsten Fluss geworfen“ ist die Bandbreite an Abartigkeiten groß, wie manche Leute versuchen ihre Haustiere los zu werden. Eine Katze die fast in der Müllpresse gelandet wäre, wird erstmal kein großer Schmuser sein und auch den Menschen Misstrauen entgegen bringen, die es gut mit dem Tier meinen. Wer also eine traumatisierte Katze aufnehmen möchte, sollte eine gewisse Erfahrung mitbringen und sich darüber im Klaren sein, dass man einem solchen Tier viel Zeit, Geduld und Zuwendung widmen muss.

Aber, natürlich gibt es auch im Tierheim Katzen, die einfach aus Zeitgründen von ihren Besitzern abgeschoben wurden oder Tiere um die sich die ursprünglichen Besitzer nicht mehr kümmern können, weil sie beispielsweise schwer krank oder sogar verstorben sind. Eine solche Katze aufzunehmen lohnt sich bestimmt, denn meist sind die Tiere extrem dankbar, nicht mehr im Tierheim leben zu müssen.

Außerdem kann man mit den Betreuern der Tiere offen über die Charaktere und Vorgeschichten der Katzen reden und dann gemeinsam überlegen, welche Tiere für eine Vermittlung infrage kommen und welche eher nicht.

 

Woran erkenne ich einen seriösen Züchter?


Es ist oft schwierig aus der Vielzahl der Angebote die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber, ein paar Merkmale gibt es schon, ob ein Züchter seriös ist oder nicht.

Frage immer nach, ob Du zu dem Kätzchen Papiere bekommst, wenn Du Dich dazu entschließt eines zu nehmen. Wenn der Züchter im Verband eingetragen ist, muss er den Wurf melden und im Zuchtregister eintragen lassen. In diesem Fall wird er einen Kaufvertrag mit Dir abschließen und Dir entsprechende Papiere (Stammbaum, Eintrag im Zuchtverzeichnis, usw.) aushändigen.

Die Zuchtverbände kontrollieren ihre Mitglieder und sorgen dafür, dass eine Katze beispielsweise nicht zu früh Kitten in die Welt setzt. Passiert es doch mal, dass eine Jungkatze zu früh gedeckt wird, muss der Züchter eine Strafe an den Verband zahlen und sorgt beim nächsten Mal hoffentlich dafür, dass der Kater den Jungkatzen fern bleibt.

Seriöse Züchter bestehen auch darauf, dass der Interessent zu ihnen nach Hause kommt um die Kitten zu begutachten, er wird sich nicht darauf einlassen ein oder mehrere Tiere zum Interessenten zu bringen oder gar an einem öffentlichen Treffpunkt (Parkplatz, Einkaufsstrasse, o.ä.) zu übergeben. Außerdem solltest Du darauf bestehen, dass Du einen Impfpass für Dein Tier bekommst. Seriöse Züchter lassen die notwendigen Impfungen bei den Kitten durchführen und haben somit bereits einen Pass für die Tiere. Im Impfpass ist genau eingetragen welche Impfungen durchgeführt wurden und bei welchem Tierarzt die Katze in Behandlung war. Wenn Du das Tier mit 12 Wochen übernimmst, kann es sein, dass die letzte Teilimpfung noch fällig ist und Du Dich um diese selbst kümmern musst. Auch eine Wurmkur führt der Züchter eigentlich immer durch, wenn die Kitten alt genug sind, in der Regel werden die Kleinen zweimal entwurmt, eh sie in ihr neues Zuhause ziehen.

Ungeimpfte Tiere abzugeben ist absolut unseriös und fahrlässig, darauf sollte man sich als Interessent besser nicht einlassen.

Versuche auch bei Deinem Besuch dem Züchter möglichst Löcher in den Bauch zu fragen. Je mehr Du über ihn, seine Zucht und seine Einstellung zu den Tieren erfährst, desto klarer wird das Bild, das Du von ihm bekommst. Frag ihn wie er seine Zucht begonnen hat, wie viele Tiere er schon groß gezogen hat, ob es bei der Geburt des aktuellen Wurfs Probleme gab und lass Dir die unterschiedlichen Charaktere der Katzen erklären. Ein guter Züchter kennt seine Kitten und kann Dir zu jedem Tier sagen welche Eigenschaften und Marotten es hat.

Wenn Du die Tiere sehr früh besuchst (z.B. wenn sie erst 4 oder 8 Wochen alt sind), ist es empfehlenswert einen zweiten Besuch zu machen, wenn die Tiere etwas älter sind (10 Wochen ist ein gutes Alter, dann haben sich die Charaktermerkmale der Tiere schon etwas besser heraus kristallisiert). Lass Dir Zeit, wenn Du die Tiere anschaust, versuch ein wenig mit ihnen zu spielen oder sie zu streicheln, um einen ersten Kontakt herzustellen.


Wichtig: ein Züchter dem seine Tiere etwas bedeuten, wird seine Katzen nicht vor der 12. Woche abgeben. Dann sind die Tiere ausreichend von der Mutter entwöhnt und haben in der Regel alles notwendige gelernt (Benutzung des Katzenklos, Fellpflege, usw.) um alleine zurecht zu kommen. Züchter oder Anbieter die ihre Kätzchen schon mit 6, 8 oder 10 Wochen abgeben, wollen meist aus ihren Tieren nur Profit schlagen, darauf sollte man sich keinesfalls einlassen. Außerdem wird er auch nach der Übernahme durch einen neuen Besitzer mit Rat und Tat zur Seite stehen, falls der neue Besitzer Schwierigkeiten mit seinem neuen Tier hat.




Eine Katze oder darf’s doch ein bisschen mehr sein?


Zu der Frage, ob man eine oder mehrere Katzen halten sollte, gibt es sehr konträre Meinungen. Es gibt Leute die sagen, man sollte eine Katze niemals alleine halten.

Ich persönlich sehe das nicht ganz so einseitig, aus meiner Sicht hängt die Entscheidung von verschiedenen Faktoren ab. Auf dem Land ist es beispielsweise vollkommen normal nur eine Katze zu halten, hier trifft man selten mehrere Katzen in einem Haushalt an. In der Straße in der ich gewohnt habe, hatten vier Haushalte eine Katze und nur einer davon hat zwei Katzen gehalten. Die allgemeine Meinung ist, dass Katzen soziale Tiere sind und deshalb nicht alleine sein wollen, andererseits sind beispielsweise Hunde Rudeltiere und trotzdem sagt niemand, man dürfe einen Hund auf keinen Fall einzeln halten. Katzen rotten sich aber in der freien Natur nicht zusammen, sondern gehen meistens ihre eigenen Wege. Ich habe schon sehr viele Berichte bzgl. Einzelhaltung von Katzen gelesen und leider werden viel zu oft sämtliche Probleme bei Katzen auf eine etwaige Einzelhaltung zurück geführt. Fakt ist jedoch, dass auch Katzen die nicht alleine gehalten werden gewisse Macken und Marotten haben (eine Katze meiner Schwester war ihr Leben lang unsauber, obwohl sie mit einer zweiten Katze aufgewachsen ist und Freigänger war) und nicht jede Eigenheit darauf zurückzuführen ist, ob eine Katze nun alleine gehalten wird oder nicht. Wenn man beispielsweise einen Freigänger hält, kommt die Katze meistens sowieso nur zum fressen und schlafen nach Hause, somit ist hier die Frage, was eine Katze von einem „Kumpel“ hat, den sie eh nie sieht, weil sie nie da ist?

Aus meiner Sicht kommt es sehr darauf an, wie man die Katze hält und nicht wie viele Katzen man in der Wohnung/im Haus hat. Katzen stellen meistens dann Unsinn an oder entwickeln unerwünschte Verhaltensweisen, wenn sie sich langweilen. Langweilen tun sie sich weniger, wenn sie einen Spielkameraden haben. Haben sie den nicht, muss sich der Mensch entsprechend mehr beschäftigen und sich ggf. auch immer wieder etwas neues einfallen lassen, damit die Katze neue Anregungen hat. Das können schon so einfache Mittel wie ein Pappkarton oder ein "Katzenspielplatz", ein raschelndes Papierknäuel oder Fummelbrett, in Form einer kleinen Schachtel mit Leckerchen, sein.
Der Mensch sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass eine Einzelkatze mehr Aufmerksamkeit und Anregungen braucht. Es ist nicht damit getan jede Woche ein neues Spielzeug in die Wohnung zu legen und zu hoffen, dass sich die Katze alleine beschäftigt. Ein bis zwei Stunden pro Tag sollte der Mensch für das gemeinsame Spiel mit der Katze einkalkulieren, damit sie sich nicht langweilt. Wer also kein großes Interesse daran hat sich mit seiner Katze intensiv zu beschäftigen, sollte möglichst gleich zwei Katzen aufnehmen, vorteilhaft ist es hier zwei Geschwister aus dem gleichen Wurf zu nehmen oder zwei Katzen die sich bereits im Tierheim kennen und lieben gelernt haben.
Außerdem sollten reine Wohnungskatzen generell nicht den größten Teil des Tages alleine sein, wer also nicht das Privileg hat einen Großteil des Tages Zuhause zu arbeiten sollte auf jeden Fall zwei Katzen aufnehmen, damit das Tier in der Einzelhaltung nicht vereinsamt.

Ich denke, am Ende des Tages muss jeder selbst entscheiden ob er eine oder mehrere Katzen aufnehmen möchte, oft ist es auch eine Platzfrage (zwei Katzen auf z.B. 20m² zu halten wird weder die Tiere noch den Menschen besonders glücklich machen) oder ein finanzieller Aspekt.

Ich für meinen Teil habe vorerst beschlossen Campino alleine zu halten, was bisher wunderbar funktioniert. Dies hat aber auch den Grund, dass Campino durch ihre Wurf-Geschwister gemobbt wurde und sie derzeit noch große Angst vor Artgenossen zeigt. Ich schließe aber nicht aus, meine Mietze früher oder später mit einer weiteren Katze zu vergesellschaften. Für mich war aber auch von vorneherein klar, dass ich sofort eine zweite Katze anschaffen werde, wenn ich das Gefühl habe, dass Campino mit ihrem „Einzeldasein“ nicht klar kommt und ernsthafte Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legt.


Welche Tipps habt Ihr für angehende Katzenhalter?




Kommentare:

  1. Hi Alexandra,
    vielen Dank für den ersten Kommentar auf meinem neuen Blog :-)
    Du hast Recht, Tiere benötigen auf jeden Fall Aufmerksamkeit, man muss sich also genau überlegen ob man die Zeit hat, sich mit einem Tier zu beschäftigen. Generell hat man hier aber mit Katzen die besseren Karten, denn einen Hund muss man regelmäßig Gassi führen, Katzen kann man schon mal ein paar Stunden alleine lassen. Wenn man aber regelmäßig lange Zeit weg ist (z.B. 5x in der Woche den ganzen Tag) sollte man unbedingt zwei Katzen aufnehmen, eine Katze würde sonst vereinsamen und man muss dann am Abend mehr tun (mit den Katzen spielen, Fellpflege betreiben, etc.).
    Ich finde gut, dass Du Dir vorab solche Gedanken machst, meist tun das die Leute leider erst dann, wenn sie das Tier bereits aufgenommen haben.
    Und, es ist auch sehr gut, wenn sich Tierschutzorganisationen vorher den neuen Lebensraum ansehen, bevor sie ihre Schützlinge abgeben. Die privaten Tierschutzorganisationen tun das meist auch bei Katzen, die Mitarbeiter schauen sich die Wohnung vorab an und weisen den neuen Halter darauf hin, was er alles in der Wohnung verändern muss (z.B. Schutzvorrichtungen für Fenster und Balkon anbringen) bevor die Katze einziehen darf.
    Tierheime können diesen "Service" leider oft aus Kostengründen und Personalmangel nicht leisten, dennoch versuchen sie im Allgemeinen den Interessenten genau zu "durchleuchten", damit das Tier wirklich in gute Hände kommt.

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  2. Servus Alexandra,

    durch ein Missgeschick wurde Dein Kommentar leider gelöscht. Ich stelle ihn somit hiermit noch einmal online:
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    Sehr informativer Post! Ich wollte mal eine Zeit lang eine Katze haben, tendiere momentan aber eher doch zu Hund... Naja, die Frage stellt sich eigentlich gar nicht, da meine Eltern keine Tiere mehr möchten, weil sie nicht viel zuhause sind und Tiere ja auch Aufmerksamkeit benötigen, egal wie selbstständig sie sind.
    Ich weiß auch noch, als wir früher Meerschweinchen hatten, irgendwer von der Hilfsorganisation aus der wir sie geholt haben, ist erst zu uns gekommen und hat sich die Wohnung angeschaut und wollte sehen, ob wir einen Garten haben und wenn ja, was für einen.
    Beim zweiten Treffen durften wir die beiden dann erst abholen, haben dann auch noch Informationen über den Vorbesitzer, die Umstände, weshalb sie im Tierheim sind, usw. bekommen, es wurde uns auch gesagt, wir sollten diese beiden zusammen nehmen, einen alleine "verkaufen" sie nur ungern, da Meerschweinchen zu zweit sein müssen, auch waren diese beiden sehr scheu (aufgrund des Vorbesitzers) und zumindest das Weibchen hat sich nur schwer an andere Tiere gewöhnt. Und da diese beiden schon "Freunde" waren, sollte man die dann zusammen nehmen.
    Ich denke so ähnlich würde das auch bei seriösen "Katzenheimen" vonstatten gehen :-)

    Liebe Grüße,
    Alexandra von growing-in-self-confidence.blogspot.de

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