Cat's Taste - Weil Katzen etwas Besonderes sind

Dienstag, 2. Juni 2015

Hilfe, meine Katze bricht aus!



Katzen sind überaus neugierige Tiere und hassen nichts mehr, als geschlossene Türen. Ganz egal ob es sich dabei um eine Zimmer- oder die Wohnungstür handelt, die Räume zu denen die Katze keinen Zutritt hat, sind ganz besonders interessant für unsere Stubentiger.
Diese Tatsache sorgt oft dafür, dass sich Katzenbesitzer durch winzige Türspalte in ihre Wohnungen quetschen müssen oder sogar ernsthaft überlegen, sich einen Tunnel unter der Tür durch zu graben, aus Sorge die geliebte Katze könnte beim Öffnen der Wohnungstür entwischen.


Ich habe natürlich die gleiche Angst, zumal Campino zunehmend Interesse an der Wohnungstür entwickelt. Sobald diese geöffnet wird, kommt sie angesprungen um zu sehen was sich dahinter befindet. Da ich in einem Mietshaus lebe und es durchaus sein kann, dass die Haustür mal offen steht, wollte ich das Risiko, Campino könnte durch die Tür ins Treppenhaus schlüpfen, nicht eingehen.
Also habe ich tagelang recherchiert und gegoogelt, wie andere Katzenbesitzer dieses Problem lösen. Leider konnte ich keine wirklich hilfreichen Tipps finden, denn wer ein Haus hat, der hat meistens auch eine Abschlusstür zum Flur. Bei mir geht der Flur direkt ins Wohnzimmer über und da in diesem Mini-Flur auch die Tür zum WC ist, wo Campinos Katzenklo steht, fiel die Möglichkeit eine Abschlusstür einbauen zu lassen schon einmal weg. Da der Flur auch sehr kurz und relativ schmal ist, sind die Möglichkeiten entsprechend begrenzt.

Irgendwann kam ich auf die Idee, mir ein Kinder-Gitter zu kaufen, das meistens in Türrahmen oder an Treppenaufgängen befestigt wird, um das krabbelnde Kleinkind daran zu hindern, unbeaufsichtigt durchs Haus zu wandern oder eine Treppe hinunter zu stürzen.
Leider sind diese Gitter relativ niedrig (durchschnittlich 70cm) und für Katzen daher kein großes Hindernis. Aber, durch einen Zufall bin ich dann auf Absperrgitter für Hunde gestoßen, die größtenteils alle über einen Meter hoch sind. Diese funktionieren genauso wie Kindergitter und sollen dem Hund den Zugang zu bestimmten Räumen verwehren.

Ich habe ein solches Gitter also bestellt und in meinem Flur montiert. Es gibt die Möglichkeit das Gitter anzukleben (Klebepads sind im Lieferumfang enthalten) oder zu verschrauben. Da bei mir Bad- und WC-Tür genau gegenüber liegen und ich das Gitter auf jeder Seite am Türstock befestigen wollte, habe ich mich dafür entschieden die Befestigungsteile anzukleben.
Das Gitter lässt sich in beide Richtungen öffnen (man kann aber auch ein Plastikteil anschrauben und sich so für eine bestimmte Richtung entscheiden) und hat einen sehr simplen Verschluss, den ein Tier allerdings garantiert nicht aufkriegt (man muss gleichzeitig einen Hebel nach vorne schieben und einen Knopf drücken, damit man das Gitter öffnen kann).

Nachdem das Gitter montiert war, hat Campino natürlich gleich versucht daran hoch zu klettern oder sich durch die Stäbe zu zwängen. Also habe ich angefangen mit ihr zu trainieren und ihr klar gemacht, dass sie am Gitter nichts verloren hat. Jedes Mal wenn sie versucht hat daran hoch zu klettern, habe ich sie genommen und mit einem scharfen „Nein!“ auf den Boden gesetzt. Das Spiel haben wir zwei Tage immer wieder gespielt, dann hat sie es begriffen.

Manchmal versucht sie natürlich trotzdem noch über das Gitter zu klettern, vor allem wenn auf der anderen Seite ein Karton steht, den sie nicht abschnuppern durfte oder eine Tüte deren Inhalt sie nicht kennt.
Aber, mir ging es um eine sichere Lösung, wenn ich die Wohnung betrete, damit mir die Katze nicht ins Treppenhaus entwischt. Dafür ist das Gitter wirklich super geeignet, Campino wartet immer brav dahinter, wenn ich in die Wohnung komme und geduldet sich, bis ich das Gitter öffne um sie zu begrüßen. Auf der „falschen Seite“ habe ich sie noch nie erwischt, wenn ich die Wohnung betreten habe.

Ein weiterer, klarer Vorteil ist für mich die Tatsache, dass ich auch mal Gegenstände hinter dem Gitter deponieren kann, von denen Campino buchstäblich ihre Pfoten lassen soll :-)
Ich habe das Gitter jetzt seit 5 Monaten und bin wirklich begeistert, wie gut es seinen Dienst tut. Die Klebestellen mussten bisher nicht aufgefrischt werden, für eine Katze hält es wirklich bombenfest. Bei einem Hund würde ich vermutlich eher zu Schrauben greifen, da das Gitter sonst vermutlich irgendwann umkippen würde, wenn der Hund sich ein paar Mal dagegen wirft.

In das Gitter ist auch eine Katzenklappe eingelassen (da es ja eigentlich für Hunde gedacht ist), diese kann aber über zwei kleine Hebel dauerhaft verschlossen werden, sodass die Katze sie nicht aufkriegt.

Auf eines sollte man allerdings achten: die Gitterstäbe sind an den äußeren Seiten breiter, sodass sich eine Babykatze da noch durch quetschen kann. Als ich das Gitter gekauft habe, war Campino knapp 15 Wochen alt und hat es noch geschafft, sich durch den 6cm breiten Spalt zu drängeln. Glücklicherweise kam es dann aber zu einem ziemlichen Wachstumsschub und sie hat drei Wochen später den Kopf nicht mehr durch die Lücke bekommen.
Wenn man das Gitter also für ein Kitten (oder eine sehr zierliche Katzenrasse) verwenden will, muss man es anfangs evtl. mit Katzennetz oder Hasendraht umwickeln, bis die Katze eine Größe erreicht hat, mit der sie nicht mehr durch die Stäbe passt.

Ein riesen Vorteil ist, dass das Gitter die Breite einer normalen Zimmertür hat und die weiteren Elemente dann angebaut werden (Stecksystem). Das heißt, wenn man es heute in eine Zimmertür und morgen in einen breiteren Durchgang klemmen möchte, muss man nur die entsprechenden Elemente nachbestellen, das Gitter wächst oder schrumpft also mit dem jeweiligen Verwendungszweck, ohne irgendwelche handwerklichen Aktivitäten. Es wird einfach der überschüssige oder fehlende Teil herausgezogen bzw. angesteckt.
 
Auf meinem Foto sieht man, dass auf der rechten Seite eine Verlängerung eingepasst ist, diese habe ich gleich mit dem Gitter bestellt.
 

Hier die Eckdaten des Gitters:
 
  • Höhe: 105cm
  • Breite: von 75-149cm (beliebig erweiterbar)
  • Material: Metall, der Verschluss ist aus dickem Plastik
  • Farbe: Weiß (auf dem Produktbild hat man den Eindruck, bestimmte Teile seien grau, was aber nicht der Fall ist)

Hier kann man das Gitter bestellen


Wie habt Ihr Eure Wohnung gestaltet, um die Wohnungstür "ausbruchsicher" zu machen? Oder, gehören Eure Katzen zu den Kandidaten, die überhaupt kein Interesse an der geöffneten Wohnungstür haben?
Postet Eure Tipps&Tricks, damit auch andere Katzenbesitzer davon profitieren können.



Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich habe tatsächlich etwas ähnliches mit meiner Haustür gemacht, und ich kann sagen das funktioniert. Meine Katzen dürfen hinter das Gitter wenn die Tür geschlossen ist, aber das war auch bei mir nicht der Grund. Meine Haustür führt direkt in den Garten und ein paar Mal ist mir ein kater entwischt.
    Durch das Gitter geht die Tür so auf, dass sie einen Raum dahinter bildet, wo die katze nur die Möglichkeit hat nach drinnen zu gehen oder eben da sitzen zu bleiben. Mache ich also die Tür auf und ein Näschen kommt mir entgegen, schicke (oder schiebe) ich die katze hinter die Tür und kann dann rein. Das klappt ohne Probleme und meine Katzen kennen dann, mittlerweile reicht ein "hinter die Tür" und die Katze geht. Meistens sitzt da aber keine katze.
    Die sitzen nämlich vor dem Gitter und drücken ihre Nasen dagegen und kucken, obwohl sie drüber springen könnten. Tun sie aber nicht.
    Ich kann ohne Stress rein und raus, und das Gitter stört nicht wirklich, eine echt tolle Sache!
    (Mein Gitter ist nicht fest montiert, falls ich die Haustür mal ganz aufmachen muss, die ist riesig)
    Lg, Michalea

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  2. Hi Michaela,
    ja, so ein Gitter ist eine feine Sache. Ich habe lange recherchiert, eh ich eine passende Lösung gefunden habe. Da mein Flur so klein ist, konnte und wollte ich keine richtige Tür setzen und so ein Schutzgitter war dann die passende Alternative.
    Ich kann das Gitter theoretisch auch leicht abmontieren, da es nur mit Klebepads befestigt ist, aber ich lasse es eigentlich immer drin. Das einzige was mich ein bisschen stört: da der Raum zwischen Haustür und Gitter so eng ist, kann ich z.B. bei einer Möbellieferung die Leute nicht in die Wohnung lassen, dann die Haustür schließen und dann das Gitter öffnen, dafür ist zu wenig Platz. Die ursprüngliche Idee, Campino nicht weg sperren zu müssen, wenn ich mal eine Lieferung bekomme, hat somit nicht funktioniert. Aber, das ist nicht weiter schlimm, ich setze Campino dann kurz ins Schlafzimmer. Mir war wichtig, dass ich ohne Stress die Wohnung betreten kann und dafür erfüllt das Gitter seinen Zweck voll und ganz :-)

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