Cat's Taste - Weil Katzen etwas Besonderes sind

Montag, 8. Juni 2015

Staubsauger - Groß, laut und somit nichts für zarte Samtpfoten




Der Staubsauger ist garantiert der natürliche Feind unserer Stubentiger. Er ist groß, er ist laut, er stinkt und statt sich selbst zu putzen, leckt er lieber fremde Krümel vom Fußboden…
Keine dieser Verhaltensweisen trifft auf unsere Salonlöwen zu und was Katze nicht versteht, mag sie prinzipiell auch nicht.

Als ich das erste Mal den Staubsauger hervor holte, um einige Streukrümel vom Boden aufzusaugen, erkannte ich mein 13 Wochen altes Katzenkind nicht wieder. Mit Buckel und aufgeplustertem Fell stand sie mitten im Wohnzimmer und signalisierte meinem Staubsauger „Komm bloss nicht näher“. Campino ist generell ein eher ängstliches Katzenkind, da sie aber ansonsten bestens sozialisiert ist, hätte ich nie damit gerechnet, wie sehr sie der Anblick und das Geräusch eines Staubsaugers aus der Fassung bringen könnte. Unsere bisherigen Katzen mochten die Lautstärke zwar auch nicht, sind aber eher mit majestätischer Gleichmut aus dem Zimmer verschwunden, wenn es mal wieder ans Staub saugen ging.
Nachdem ich feststellen musste, dass Campinos Reaktion eher in Richtung Panikattacke ging, habe ich für den Anfang ein Ritual für sie eingeführt. Immer wenn ich den Staubsauger benutzen wollte, habe ich ihn aus seiner Ecke geholt und ausgeschaltet ins Wohnzimmer gestellt, denn nur der Anblick des Gerätes hat Campino noch keine Angst gemacht.
Dann habe ich erst mal das Schlafzimmer, bei geschlossener Tür gesaugt. Anschließend habe ich mir Campino geschnappt, sie im Schlafzimmer auf mein Bett gesetzt, die Tür geschlossen und mich über den Rest der Wohnung her gemacht. Diese Vorgehensweise haben wir die ersten drei Wochen praktiziert, dann habe ich angefangen die Schlafzimmertür anzulehnen, um die restliche Wohnung zu saugen. Und siehe da, nach dem 2. Mal kam Campino vorsichtig und zögerlich ins Wohnzimmer geschlichen.
Ab diesem Zeitpunkt habe ich sie nicht mehr ins Schlafzimmer gesetzt, sondern ich habe alle Türen geöffnet, um ihr die Entscheidung zu überlassen, wo sie sich in Sicherheit bringen wollte. Sie hat die Stühle unter meinem Esstisch gewählt und dort liegt sie heute noch am liebsten, wenn die leidige Saugerei wieder los geht.

Inzwischen ist sie allerdings richtig mutig und beginnt, wenn ich beispielsweise das Sofa mit der Polsterdüse bearbeite, mit dem Staubsauger zu kämpfen. Dann springt sie auf die Sofalehne und tappt mit der Pfote gegen die Düse und das Rohr, solange bis sie der Meinung ist, „das Biest“ nun erlegt zu haben.
Vor der Bodendüse hat sie immer noch Respekt, aber wenn ich sie ganz langsam über den Boden bewege, rennt sie auch hier freudig hinterher und tappt mit den Pfoten danach.

Es lohnt also durchaus, ein wenig Geduld aufzubringen und einer Katze schrittweise die Angst vor Dingen wie Staubsaugern, Waschmaschinen usw. zu nehmen. Die Katze ist weniger gestresst, wenn sie die Geräusche einordnen kann und weiß, dass es keinen Grund zur Panik gibt, wenn mal der Trockner los rumpelt.
Allerdings ist es wichtig, der Katze das Tempo zu überlassen. Leider gibt es immer noch viele Menschen die der Meinung sind, so eine Art „Konfrontationstherapie“ wäre sinnvoll. Eine Katze immer wieder auf die laute Waschmaschine zu setzen, wird dem Tier nicht die Angst nehmen, sondern es erst Recht in Panik versetzen. Katzen sind sehr schlaue Wesen, sie wissen selbst ganz genau wie viel sie leisten können und wenn der Stubentiger nach 100 Versuchen immer noch unter das nächste Regal flüchtet, sobald er den Staubsauger nur sieht, dann braucht er vielleicht noch 10 oder 20 weitere Anläufe, eh er mit der Situation klar kommt.

Aber, wenn man dem Tier Zeit gibt und es nicht unter Druck setzt, wird es früher oder später begreifen, dass es keinen Grund gibt in Panik zu geraten und vielleicht entwickelt es sogar irgendwann eine gewisse Neugier für den Krümel fressenden Stinker :-)
Wovor haben Eure Stubentiger Angst und wie geht Ihr damit um?



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