Cat's Taste - Weil Katzen etwas Besonderes sind

Sonntag, 2. August 2015

Testbericht zu Lucky Kitty Nassfutter


Campino durfte diesmal das Nassfutter des Herstellers „Lucky Kitty“ testen, welches uns freundlicherweise kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt wurde.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Firma bisher nur mit ihrem Trinkbrunnen und Futternäpfen in Verbindung gebracht, daher war ich sehr überrascht, als ich auf der Website auch von ihrem Nassfutter las.

Umso neugieriger war ich auf die Qualität des Futters, da der Hersteller damit wirbt, dass das Fleisch „Lebensmittelqualität“ hat. Ich habe ein Testpaket mit den Sorten Huhn, Rind, Fisch und Pute erhalten. Als erstes haben wir die Geschmacksrichtung "Huhn" getestet.
Auffällig ist die sehr feste Struktur des Fleisches und die Farbe, die wirklich nach Hühnerfleisch aussieht. Das Futter riecht wenig bis gar nicht, wenn man die Dose öffnet. Einzig die Sorte „Fisch“ hat einen sehr starken, relativ unangenehmen Eigengeruch. Was mich ehrlich gesagt sehr irritiert hat, da ich jetzt schon einige hochwertige Sorten mit Fisch probiert habe, aber keine hat so intensiv gerochen wie die von Lucky Kitty und hatte gleichzeitig eine so unansehnlich graue Farbe. Ich habe kürzlich die Sorte „Lachs“ von „Cosma Nature“ ausprobiert, das Futter hat ausgesehen als würde man eine Dose Thunfisch öffnen (also wirklich nach Fischbestandteilen) und hatte einen sehr dezenten Eigengeruch. Von daher war ich vom Lucky Kitty - Fischfutter nicht sonderlich begeistert. Die anderen Sorten fand ich jedoch soweit alle in Ordnung, Geruch und Aussehen waren ok und vor allem die sehr feste Struktur hat mir persönlich gut gefallen. Die meisten Futterhersteller neigen ja leider dazu, das Fleisch sehr breiig zu produzieren, was ich überhaupt nicht mag, schließlich haben Katzen Zähne und können auch festes Fleisch problemlos kauen. 

Ich habe Campino also die erste Portion des Futters vorgesetzt und war sehr überrascht, als sie sich nicht wie wild drauf gestürzt hat. Sie hat erst mal vorsichtig geschnuppert, dann ein paar Happen gefressen um sich dann vorwurfsvoll vor die Schüssel zu setzen und das Fleisch beleidigt anzustarren. Nach einiger Zeit hat sie sich dann doch entschlossen die Schüssel zu leeren, allerdings nur bei der ersten und zweiten Portion. Danach hat sie das Futter komplett verweigert. Wenn ich ihr gewohntes Futter dazu gemischt habe, hat sie konsequent nur „ihr“ Futter raus gefischt und das „Lucky Kitty“ liegen lassen. Eine solche Reaktion hat sie bisher noch nie gezeigt, ich war also entsprechend verwirrt.
Dazu kam, dass Campino nach der zweiten Portion, obwohl sie sonst nichts anderes gefressen hat, eine extreme Darmattacke bekam. Für mich ein eindeutiger Indikator, dass dem Futter etwas unbekömmliches zugesetzt ist. Am Gemüse kann es aus meiner Sicht nicht gelegen haben, alle verarbeiteten Gemüsesorten hat sie auch schon in anderen Futtermarken bekommen.
Campino hatte massiven, wässrigen Durchfall, so schlimm war es bisher noch nie, seit sie bei mir lebt. Ich habe das Futter also sofort abgesetzt, erst mal Schonkost gefüttert und anschließend wieder auf ihr normales Futter umgestellt.
Da ich aber kein voreiliges Urteil fällen wollte, habe ich die übrig gebliebenen Dosen an eine Freundin verschenkt, die gerne bereit war die restlichen Geschmacksrichtungen zu füttern. Ihre Katzen sind überhaupt nicht ernährungssensibel und fressen so ziemlich alles ohne Probleme.
Interessanterweise hatte sie den gleichen Effekt wie ich. Die ersten zwei Tage wurde das Futter eher lustlos runter gewürgt und dann hatten beide Katzen eine extreme Durchfall-Attacke, obwohl diese Katzen normalerweise alles ohne Beschwerden fressen können.

Ich kann leider nicht sagen, woher diese Probleme kommen und was genau an dem Futter bei den „Test-Essern“ zur Unverträglichkeit geführt hat. Ich vermute jedoch, dass die Katzen von dem Futter Magenschmerzen bekommen haben und es deshalb dann auch nicht mehr fressen wollten.

Mich persönlich überzeugt das Futter in diesem Fall natürlich nicht besonders, Campino verträgt normalerweise alle Fleischsorten und Innereien problemlos, auch Karotten, Zucchini und Gurken sind eigentlich kein Problem. Selbst rohes Fleisch kann sie in großen Mengen verzehren, ohne irgendwelche Beschwerden zu bekommen. 

Allerdings spielen bei mir, in Bezug auf die Bewertung des „Lucky Kitty Futters“ noch andere Faktoren eine Rolle. Als ich die erste Dose öffnete, fiel mir sofort auf, dass die Dose nicht bis zu den Wänden gefüllt ist. Das heißt, um den eigentlichen Fleischblock ist ziemlich viel „Luft“ zu den Dosenrändern. Aus purer Neugier habe ich daraufhin den kompletten Fleischbrocken aus der Dose geholt und gewogen. Ich kam auf sage und schreibe 150g Doseninhalt. Die restlichen 50g bestanden aus „Kochsud“ wie es der Hersteller nennt. Der Verbraucher zahlt hier also für 200g Inhalt, bekommt aber zu einem Viertel nur eingedickten Dosensaft. Dieser macht die Katze zwar nicht krank, aber dummerweise auch nicht satt. Bei einem Kilopreis von 14,75 finde ich das doch ein wenig stramm, sodass ich hier fast schon von Verbrauchertäuschung sprechen möchte.
Um einen Vergleich zu haben, habe ich eine Dose „O’Caniskomplett entleert und den Gelee so gut wie möglich abgekratzt (ein bisschen Fleisch ist natürlich dran geblieben). Ich kam hier bei einer 200g Dose auf knapp 180g Fleisch und 20g Gelee. Somit liegt bei „O’Canis“ der Gelee-Anteil bei gerade mal 10%, bei „Lucky Kitty“ sind es stolze 25%.
Ich habe den Hersteller daraufhin kontaktiert und angefragt, warum die Dosen einen so hohen Kochsud-Anteil aufweisen, bisher kam jedoch leider keine Antwort.

Zusatz (14.08.2017): Wie in den Kommentaren ersichtlich ist, kam es immer wieder zu Fragen, bezüglich des Kochsuds, weshalb ich hier einen zusätzlichen Absatz einfügen möchte, um meinen Standpunkt genauer zu erklären: 

Fakt ist natürlich, dass es immer besser ist, wenn der Kochsud in der Dose bleibt, statt dem Fleisch beispielsweise extra Trinkwasser zuzusetzen. Ich bin generell kein Fan davon, wenn auf der Dose "Trinkwasser" steht, weil dieses eben extra zugesetzt wird und der Verbraucher es bezahlt obwohl es sinnvoller wäre, ausgetretenen Fleischsaft in der Dose zu belassen, weil dieser natürlich auch eine Menge Nährstoffe enthält. Deshalb ist es mir lieber, wenn auf den Dosen beispielsweise "Brühe" steht, denn dabei handelt es sich dann um den Kochsud, der beim Garen des Fleisches ausgetreten ist.
Mir geht es auch nicht primär um den Kochsud der in der Dose ist, sondern um das fehlende Fleisch. Wenn in der Dose mindestens 180g Fleisch enthalten ist (ausgehend von einer 200g Dose), kann der Hersteller meinetwegen die Dosen bis zum Rand mit Kochbrühe füllen, das wäre mir völlig gleichgültig. Mir geht es darum, dass m.E. mindestens 90% des Doseninhalts aus Fleisch bestehen müssen, damit der Verbraucher das bekommt, wofür er bezahlt hat.

Es ist natürlich logisch, dass Fleisch durch den Garprozess an Volumen verliert. Ich finde allerdings das Verhältnis zwischen Fleisch und Kochsud nicht in Ordnung. Man verliert hier satte 25% an Doseninhalt, denn aus meiner Sicht kann man den Kochsud nicht wirklich mit rechnen, da dieser die Katze nicht sättigt. Ich habe also, wenn ich meiner Katze 200g Nassfutter am Tag füttere, nicht 2 Mahlzeiten sondern nur 1,5 und dafür sind die Dosen dann leider ziemlich teuer. Ich persönlich bin einfach der Meinung, dass zumindest annährend 200g in der Dose sein müssen, wenn 200g drauf stehen, was hier nicht der Fall ist (wie gesagt, ich rechne den Kochsud jetzt mal nicht mit). 
Lucky Kitty argumentiert, dass das Fleisch kalt in die Dosen gefüllt und dann darin gegart wird, was die meisten Hersteller nicht tun würden. 
Ich habe bei "Cosma" angefragt, die ein Ergänzungsfutter namens "Cosma Nature" herstellen. Hierbei handelt es sich, je nach Sorte, z.B. um reines Hühnerfleisch mit etwas Reis und Kochbrühe. Ich füttere dieses Produkt gelegentlich als Leckerlie. Wenn man die Dosen öffnet, sieht man das klein gerissene Hühnerfleisch und die Reiskörner. Das Fleisch ist nicht zusammen gepresst, es bildet sich in den Dosen kein Gelee, sondern unten steht ein Teil Kochbrühe in der Dose. Der Hersteller hat mir bestätigt, dass es sich bei diesem Produkt ebenfalls um eine Kaltabfüllung handelt und doch schafft es der Hersteller, die angeführten 140g Doseninhalt fast zu erreichen. Von den 140g sind ca. 10g Flüssigkeit, die in der Dose steht (das entspricht etwa einem Teelöffel). Das entspricht ca. 93% Fleisch und ca. 7% Kochsud. Da frage ich mich dann schon, warum andere Hersteller es schaffen, die Dosen so zu füllen, dass auch nach dem Garprozess noch ordentlich Fleisch in der Dose bleibt und das bei Lucky Kitty offenbar nicht funktioniert.
Wenn man sich die Amazonbewertungen ansieht, kommt es deshalb auch immer wieder zu Beschwerden durch Kunden, weil sich auch andere Verbraucher durch diese Vorgehensweise getäuscht fühlen. Hätte ich das Fleisch selbst bezahlen müssen, wäre ich sicherlich auch ziemlich sauer gewesen, weil 2,95€ für eine 200g Dose sowieso schon stramm ist, man aber keine 200g Inhalt bekommt, sondern nur 150g (reines Fleisch). Aus meiner Sicht müsste "Lucky Kitty" einfach dafür sorgen, dass nach dem Garprozess mindestens 180g Fleisch in der Dose sind. Dies entspräche den 90% Fleisch, die andere Hersteller auch schaffen. Wenn dann noch 10% Flüssigkeit in der Dose sind, wäre das sicher für jeden Konsumenten annehmbar.

Dazu kommt eine ungenaue Deklaration der Futterdosen. Eine Dose enthält 95% Fleisch und Innereien (genau deklariert), und 5% Gemüse (jeweils 1,6% Karotte, Zucchini und Gurke). Ich komme somit nicht auf 5%, sondern auf 4,8%. Was sind dann die restlichen 0,2% Doseninhalt? Entweder ist noch etwas in der Dose, was nicht deklariert wurde oder die Zahlen sind lediglich ungenau gerundet, dies lässt sich als Konsument allerdings nicht nachvollziehen. Ich vermute, es handelt sich lediglich um ein "Rundungs"-Problem, dies könnte der Hersteller aber einfach vermeiden, indem er die Nachkomma-Stellen mit abdruckt.

Ich persönlich würde dieses Futter nicht für Campino kaufen, einerseits wegen der massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen und andererseits, weil ich die Geschichte mit dem Kochsud mehr als merkwürdig finde. So eine Vorgehensweise stärkt nicht gerade mein Vertrauen in einen Hersteller, wenn ich das Gefühl habe ein sehr teures Futter zu kaufen, bei dem versucht wird die Dose mit möglichst wenig Fleisch und viel Kochsud zu füllen.

Außerdem ist für meine Begriffe der Rohfaser-Anteil in einigen Sorten viel zu hoch und der Feuchtigkeitsanteil in einigen Sorten zu niedrig.


Fakten-Check:

Analytische Bestandteile:
  • Rohprotein: je nach Sorte zwischen 14,5% und 18,1%
  • Rohfett: je nach Sorte zwischen 5,68% und 10,6%
  • Rohasche: je nach Sorte zwischen 0,9% und 3,0%
  • Rohfaser: je nach Sorte zwischen 1,0% und 2,81%
  • Feuchtigkeit: je nach Sorte zwischen 68,2% und 76,0%


Marke/Sorte
Pro
Contra


Lucky Kitty / Huhn, Pute, Rind und Fisch



  • Hoher Fleischanteil von über 90%
  • Kalzium in Form von Eierschalenmehl
  • Kein Zucker
  • Kein Getreide

  • Rohfaseranteil teilweise zu hoch
  • Rohascheanteil teilweise zu hoch
  • Feuchtigkeitsanteil teilweise zu niedrig
  • Sehr hoher Preis: 14.75/kg, bei Abnahme von 4 x 200g



Kommentare:

  1. Tachschön Charlie

    Interessanter Test und sehr ehrliche und offene Worte zu dem Futter.

    Als Netzjunkie ist mir dieses Futter bereits bekannt, wenn ich es denn bisher nicht angetestet habe, da es mich nie so ganz überzeugt hat. Katzen-Fieber.de bewertete dieses Futter als Hochwertig, wobei diese Infos inzwischen weitestgehend von der Webseite entfernt wurden.

    Erstaunlich finde ich ebenfalls, dass der Rohasche Anteil so stark schwankt und von 0,9 bis 3,0 % reicht. Eigentlich sollte das nicht der Fall sein und wenn das Futter wirklich so gut ist wie beschrieben, dürfte dies nicht der Fall sein.

    Der Hohe Gelee Anteil könnte Produktionsbedingt sein. Du hast ja selbst geschrieben, dass dieses Futter sehr fein gewolft ist. Ich habe jetzt zwar nichts gelesen, ob es sich um eine Kaltabfüllung handelt, aber bei hochwertigem Futter wäre es gängige Praxis. Sprich Futter wird gewolft, (ggf.) suplementiert, kalt in die Dosen abgefüllt und kommt dann in den Autoenklaven zum durchgaren. Je feiner der Futterbrei um so größer der Geleeanteil, der sich beim durchgaren bildet. Für Zahnlose Katzen ist das bestimmt toll, aber nicht für gewöhnliche Katzen mit vollem Gebiss. Erinnert mich ein wenig an den Patekrempel von Purinas Gourmet Gold. Völlig unnötig.

    Alles in allem hast du mir das bestätigt, was mich bisher vom Kauf dieses Futters abgehalten hat. Ich mag zwar Katzen-Fieber.de, jedoch erfolgen dort Bewertungen zumeist zu wissenschaftlich. Warum das Futter dort als Hochwertig geführt wurde, ist mir im Moment ein bisschen schleierhaft, denke jedoch, dass es hierfür sicher eine Erklärung gibt.

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und deine ehrlichen Worte.

    Schöne Grüße

    Didi von Quatschkatzen.de

    PS: Bisschen enttäuscht bin ich ja schon von dir und weil du mich gänzlich vergessen hast. Nun du wirst sicher Gründe dafür haben, jedoch wäre ich dir sehr verbunden, wenn du dies auch aussprechen würdest. Catzfood.de habe ich ohnehin bis auf weiteres auf Eis gelegt, weil das ganze für mich alleine zuviel Aufwand bedeutet. Über einen kleinen Gegenlink für Quatschkatzen.de hätte ich mich trotz allem gefreut, aber ist nicht weiter wichtig. Du bist bei mir verlinkt und ich werde nach wie vor auf deinem Blog gerne lesen und weil ich ihn sehr mag.

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  2. Servus Didi,

    danke für Deine Einschätzung und das Lob :-)
    Ich gebe Dir Recht, der Rohasche-Anteil ist viel zu hoch, ebenso wie die Rohfaser. Feuchtigkeit ist aus meiner Sicht wieder viel zu niedrig, ich finde alles was unter 80% ist, entspricht nicht der Qualität eines hochwertigen Futters.

    Dass in den Dosen ein Teil Gelee enthalten ist finde ich ja auch vollkommen in Ordnung und es ist auch klar, dass dieser beim Garen der Dosen entsteht. Im Grunde handelt es sich ja eigentlich nur um Wasser und Fett, dass durch den Garprozess eben eindickt. Ich hatte eigentlich noch nie ein Futter ohne Gelee-Anteil, egal ob Catz Finefood, O'Canis oder GranataPet. Aber, ich finde den Anteil an Gelee viel zu hoch, 25% ist schon eine Menge, wenn man bedenkt, dass dies einem Viertel der Gesamtmenge des Doseninhalts entspricht. Da liegt dann schon die Vermutung nahe, dass der Hersteller versucht die Dosen mit viel Wasser aufzufüllen, dass dann eben durch den Garprozess zu Gelee wird. Und dafür ist das Futter dann einfach viel zu teuer.
    Einen so hohen Anteil habe ich z.B. bei Catz Finefood nicht, hier ist auch ein wenig Gelee in der Dose, aber der Anteil ist wirklich minimal, sodass Katze ordentlich Fleisch im Napf hat :-)

    Zu Deinem PS schreibe ich Dir eine Mail, ich glaube hier gibt es nur ein Missverständnis, aber das können wir per Mail besprechen. Ist einfacher :-)

    LG,
    Charlie

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  3. Könntet ihr ein (oder mehrere)hochwertige(s) Nassfuter empfehlen? Was wäre Eurer Meinung nach eine Kaufempfehlung? Vielen lieben Dank!

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    1. Hallo,

      also ich kann auf jeden Fall die Marken "Catz Finefood", "O'Canis", "Wildes Land", "Cosma" und "GranataPet" empfehlen. Diese Marken enthalten alle einen hohen Fleischanteil und keine unnötigen oder schädlichen Füllstoffe.
      "Terra Faelis" ist auch eine gute Marke, mir persönlich gefällt hier allerdings die Konsistenz des Futters nicht so gut, da es sehr breiig ist. Aber, grundlegend ist es von den Inhaltsstoffen auch empfehlenswert :-)

      LG,
      Charlie

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  4. Hallo Charlie,

    guter ausführlicher Test.
    Meine Frage zu Feuchtigkeitsanteil.
    Im Test bemängelst du das zu viel „Kochsud“ in der Dose ist.
    Als contra schreibst du zu wenig Feuchtigkeitsanteil.

    Ist es nicht sinnvoll Nassfutter mit wenig Feuchtigkeitsanteil zu kaufen und vor dem Servieren etwas Wasser unterzuheben?
    Sonst würde ich Wasser in der Dose zu Fleischpreisen kaufen.
    Oder habe ich da etwas nicht richtig verstanden?

    LG
    Rainer

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  5. Lieber Rainer!

    Vielen Dank für Dein Feedback. Ich habe den Satz vielleicht etwas unglücklich formuliert (werde ihn noch einmal umschreiben) :-)

    Es geht mir primär um folgendes: In den Dosen ist für meinen Geschmack tatsächlich zu wenig Feuchtigkeit, nämlich zwischen 68 und 76%. Gutes Feuchtfutter sollte mindestens 75% enthalten. Das Lucky Kitty Futter liegt nur vereinzelt bei 70% oder mehr.

    Der Kochsud ansich würde mich ja gar nicht weiter stören, es ist natürlich logisch, dass das Fleisch im Garprozess Fett und Feuchtigkeit "ausschwitzt" und dieses dann in der Dose zurück bleibt. Es ist auch klar, dass Fleisch im Kochprozess an Volumen verliert. Ich finde aber, es ist schon etwas stramm, wenn ich als Verbraucher 200g Doseninhalt bezahle und davon 25% aus Kochsud bestehen. Dann müsste der Hersteller die Dosen mit mehr Inhalt füllen, um den "Volumenverlust" auszugleichen.

    Ich habe einen Onlineshop und stelle unter der Marke "Cat's Taste" Trockenfleisch-Leckerlies her. Natürlich verliert Fleisch wenn es getrocknet wird, erheblich an Masse. Aber, wenn ich meinen Kunden 35g in einem Beutel verkaufe, sind auch 35g drinnen. Dann kann ich mich nicht darauf berufen, dass das Fleisch im Rohzustand das richtige Gewicht gehabt hätte, aber durch die Trocknung an Masse verloren hat. Das ist dem Verbraucher gegenüber nicht fair. Andere, hochwertige Marken (z.B. Cosma Nature) haben das Problem seltsamerweise nicht. Da liegt der Feuchtigkeitsanteil bei ca. 77%, die Dosen sind aber mit den deklarierten 200g gefüllt. Die Dosen sind auch nicht ganz voll und etwas Kochsud befindet sich ebenfalls in der Dose, aber wenn ich diese auskratze und den Sud abgieße, komme ich auf knapp 200g Inhalt.

    Zu Deiner Frage bzgl. Feuchtigkeit: gutes Katzenfutter sollte immer mind. 70% Feuchtigkeit enthalten. Natürlich kann man zusätzlich etwas Wasser über das Futter gießen, dass mache ich genauso. Zuviel Feuchtigkeit kann nicht sein, nur zu wenig :-)

    Ich persönlich finde es gut, wenn ein Anteil Kochbrühe in der Dose ist, da diese ja sozusagen vom Fleisch "ausgeschwitzt" wurde und auch wichtige Nährstoffe enthält. Ich kenne auch eigentlich keine hochwertige Firma, wo nicht ein Teil des Suds in der Dose ist, da das Fleisch meist in der Dose gekocht wird um die Nährstoffe zu erhalten. Wichtiger als der Feuchtigkeitsanteil ist allerdings, dass der Fleischanteil möglichst hoch ist, dieser sollte bei mind. 75-80% liegen.

    Ganz liebe Grüße
    Charlie

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  6. Hallo,

    leider ich die Diskussion um den Kochsud nicht. Der wird ja nicht weggeschüttet, sondern untergemischt.

    Ich hatte das so verstanden, dass in anderen Katzenfuttern ein Mittel enthalten ist (z.B. Cassia Gum), so dass sich der Kochsud mit dem Futter vermischt, und nicht sichtbar ist.

    Von daher ist das doch eher ein Merkmal für gute Qualität (ohne Cassia Gum), dass der Kochsud sichtbar ist. Oder verstehe ich da was komplett falsch?

    VG,
    Eve

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    1. Servus Eve!

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es geht ja nicht primär um die Tatsache, dass sich Kochsud in der Dose befindet. Es ist richtig, dass viele Hersteller Cassia Gum verwenden, um den Kochsud einzudicken und es ein Qualitätsmerkmal ist, wenn der Sud in der Dose erkennbar ist. Es geht mir um das Verhältnis zwischen Fleisch und Sud. Wenn ich 1/4 an Fleisch "verliere", weil von 200g alleine 50g nur aus Sud bestehen, finde ich als Verbraucher das einfach nicht in Ordnung. Natürlich mischt man den Sud unter und füttert ihn mit, aber vom Kochsud wird die Katze nicht satt. Und wenn ich meinem Tiger pro Mahlzeit z.B. 100g Fleisch füttere, habe ich hier keine 2 Mahlzeiten, sondern nur 1,5 weil man den Sud aus meiner Sicht nicht wirklich mitrechnen kann.

      Es muss am Ende sowieso jeder für sich entscheiden, ob er damit leben kann oder nicht, ich persönlich finde es aber nicht in Ordnung und dafür ist das Futter aus meiner Sicht einfach zu teuer. Qualitätiv gibt es an dem Futter wenig zu bemängeln und wenn ich jetzt nur von der Fleischqualität ausgehen würde, würde ich es meinem Tiger auch wieder füttern. Aber, Campino hat das Futter leider überhaupt nicht vertragen, das ist natürlich der erste Grund, warum ich es nicht kaufen würde (dafür kann der Hersteller aber nichts) und der zweite Punkt ist eben, dass ich nicht bereit wäre diesen Preis für 150g Fleisch statt 200g Fleisch zu bezahlen.

      Liebe Grüße
      Charlie

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  7. Hallo Charlie,

    ich muss da auch noch mal was fragen, weil ich es nicht verstehe. Der Hersteller schreib auf seiner Seite, dass der Fleischsud der ganz natürliche Anteil Feuchtigkeit ist, der schon im Fleisch ist und sie eben kein künstliches Wasser dazugeben. Ist das dann nicht näher an der natürlichen Nahrung der Katze als die Futtersorten bei denen künstlich Trinkwasser oder Brühe dazu gegeben wird? Wenn ich ganz normal Fleisch koche, tritt doch auch Sud aus.

    Lieben Dank für Deine Einschätzung,
    Claudia

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    1. Servus Claudia,

      es ist richtig, dass es besser ist, wenn der Kochsud mit dem Fleisch in der Dose bleibt weil er viele wichtige Nährstoffe enthält. Aber, das verurteile ich in meinem Artikel ja auch nicht. Es geht mir um das Verhältnis zwischen Fleisch und Kochsud. Man verliert hier satte 25% an Doseninhalt, weil nur 150g festes Fleisch in der Dose sind und 50g Kochsud.

      Das finde ich bei dem Preis nicht in Ordnung. Es gibt andere Hersteller, die ihre Dosen ebenfalls kalt abfüllen und dann den Inhalt in der Dose garen und trotzdem sind hier 90% festes Fleisch in der Dose und nur knapp 10% Kochsud.

      Natürlich verliert Fleisch beim garen an Volumen, aber in diesem Umfang finde ich das doch etwas stramm.

      In Deutschland gibt es derzeit große Diskussionen, weil sich herausgestellt hat, dass abgepacktem Fleisch zusätzlich Wasser zugesetzt wurde, um es schwerer zu machen. Das heißt, es stehen zwar 200g auf der Packung, das Fleischstück wiegt aber vielleicht nur 150g, die restlichen 50g sind Wasser. Wenn Du das Fleisch dann garst, bleiben von den 150g sogar noch weniger übrig, weil Fleisch ja sowieso durch den Garprozess an Volumen verliert. Der deutsche Verbraucherschutz spricht hier von Betrug, was auch vollkommen richtig ist. Der Verbraucher bezahlt 200g Fleisch, bekommt aber nur 150g.

      Und genauso ist es für mich bei diesem Nassfutter. Etwas Volumenverlust ist vollkommen in Ordnung, im Schnitt sind das immer ca. 10% des Doseninhalts. Aber, 25% sind einfach nicht ok. Von mir aus könnte der Hersteller sein Futter in riesigen Dosen anbieten und diese bis zum Rand mit Kochbrühe füllen, solange die deklarierten 200g Fleisch (-10% wären es dann 180g) darin sind und man dafür die 2,95€ bezahlt, die er eben für 200g Fleisch verlangt.

      Ich habe meinen Artikel nun um einen entsprechenden Absatz ergänzt und hoffe, dies macht meinen Standpunkt klarer.

      Liebe Grüße
      Charlie

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