Cat's Taste - Weil Katzen etwas Besonderes sind

Sonntag, 20. September 2015

Olivenöl, Malzpaste, Katzengras und Co.


Ich stehe immer wieder staunend in der Tiernahrungsabteilung im Supermarkt und stelle fasziniert fest, was es doch alles für nützliche und weniger nützliche Dinge für Katzen gibt.
Vor allem auf dem Futter-Sektor gibt es Komponenten, die für mich so überhaupt keinen Zweck erfüllen. Beispielsweise spezielles „Anti Hairball“-Trockenfutter oder entsprechende Snacks.

Aus meiner Sicht ist ein solches Futter nichts weiter als ein gelungener Werbe-Gag, genauso wie beispielsweise „Kitten-Nahrung“. Denn wenn man sich die Zutatenliste auf der Verpackung ansieht, findet man eigentlich auch keine anderen Inhaltsstoffe, als bei jedem anderen Trockenfutter.
Warum sollte dieses Futter also der Bildung von Haarballen im Katzenmagen vorbeugen?

Ich habe mal die „Anti Hairball“-Leckerchen und das „Adult Trockenfutter“ von Whiskas verglichen. Wenn man sich die Zutatenliste ansieht, erkennt man eigentlich keinen nennenswerten Unterschied:

Adult Trockenfutter:

Getreide, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Huhn in den hellbraunen Stückchen, 4% Leber in der fleischigen Füllung der Knackits), Öle und Fette (0.25% Fischöl, 0.1% Sonnenblumenöl), pflanzliche Eiweissextrakte, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe (u.a. 0.2% Natrium Tripolyphosphat), Gemüse (4% Karotten in den orangen Stückchen, 4% Erbsen in den grünen Stückchen).


Anti Hairball Leckerchen:

Pflanzliche Eiweisextrakte, Getreide, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Öle und Fette, Pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Milch und Milchnebenerzeugnisse.


Im Endeffekt sehe ich so ziemlich die gleiche Zusammensetzung, der einzige Unterschied ist das Gemüse im Adult Futter und die Milch und Milchnebenerzeugnisse in den Leckerchen. Der Verbraucher bekommt also aus meiner Sicht das gleiche Produkt, für unterschiedliche Preise, denn solches "Spezialfutter" ist oft um ein Vielfaches teurer.
Dazu kommt, dass Trockenfutter generell ungesund für Katzen ist, ganz egal ob es als „Anti Hairball Leckerchen“ getarnt wird oder nicht.

Was kann man also tun, wenn man seine Katze unterstützen möchte, damit sich die Haare gar nicht erst im Magen zusammen klumpen oder zumindest wieder den Weg aus dem Katzenmagen finden?
Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man dafür sorgen kann, dass die Haare den Weg durch den Magen-Darm-Trakt finden:

  • Katzengras: sollten sich bereits Haarballen im Katzenmagen befinden, sorgt die Aufnahme von Gras dafür, dass die Katze diese herauswürgen kann.
    Die regelmäßige Gabe von Katzengras hat einen gegenteiligen Effekt, es unterstützt in diesem Fall, dass die Haare über den Darm auf natürliche Weise abgehen und sich nicht im Magen verklumpen.

  • Malzpaste: diese Paste sorgt dafür, dass die Haare im Katzenmagen gebunden und auf natürlichem Weg ausgeschieden werden. Anders als Katzengras erleichtert die Malzpaste nicht das Erbrechen, sollten sich bereits Haarballen im Katzenmagen befinden. In diesem Fall wird die Katze versuchen diese durch Herauswürgen los zu werden. Gibt man aber regelmäßig Malzpaste, vermeidet man, dass sich die Haare im Katzenmagen zusammen ballen.
    Ich persönlich bin allerdings kein Fan von Malzpaste, da in vielen Pasten „Milch und Milchnebenerzeungisse“ vorhanden sind, außerdem enthalten manche Pasten auch Zucker. Hier sollte man also genau auf die Inhaltsstoffe achten. Außerdem nimmt die Katze durch Malzpaste natürlich auch zusätzliche Kalorien auf.

  • Olivenöl: eine gesündere Alternative ist Olivenöl, welches den gleichen Effekt wie Malzpaste hat. Neben der Tatsache, dass das Öl die Haare bindet und dafür sorgt, dass die Haare über den Darm natürlich ausgeschieden werden, ist es auch gut für Fell und Haut.
    Weitere Alternativen zu Malzpaste oder Olivenöl sind Butter, Margarine oder Sahne (ohne Laktose). Allerdings gilt für diese Hausmittel das gleiche wie für Malzpaste: die Katze nimmt zusätzliche Kalorien auf, dies sollte bei der Futtermenge berücksichtigt werden.

 
Wir haben eigentlich bei unseren Katzen immer sehr gute Erfahrungen mit Olivenöl gemacht. Campino hat sich bisher nur ein einziges Mal übergeben müssen (allerdings weil sie das Futter nicht vertragen hat) und es waren keine Haare im Erbrochenen vorhanden. Im Kot sehe ich jedoch regelmäßig, dass sie die aufgenommenen Haare ausscheidet. Sie bekommt ca. alle zwei Wochen einen Esslöffel Olivenöl ins Futter und verträgt das ausgezeichnet. Außerdem mag sie Olivenöl sehr gerne und schleckt es sogar pur. Butter oder Sahne ist hier eine gute Alternative für Katzenhalter, deren Stubentiger Olivenöl oder Malzpaste komplett verweigern.
Katzengras stelle ich zusätzlich im Sommer, auf dem Balkon, zur Verfügung. Allerdings ist dies für Campino eher Spielzeug und Liegewiese, knabbern tut sie nur selten daran.
 
 

Kommentare:

  1. "außerdem enthalten manche Pasten auch Zucker." Nein! Alle (!) Malzpasten enthalten Zucker und zwar nicht zu knapp. Denn Malz enthält nunmal viele Kohlenhydrate, darunter auch Zucker, insbesondere Maltose (Nomen est Omen). Einige Hersteller kippen auch noch weiteren Zucker hinein, aber eine zuckerfreie Malzpaste gibt es nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Grundlegend stimme ich Dir mit Deiner Meinung zu, allerdings spreche ich in meinem Bericht von zugesetztem Zucker und nicht von dem Zucker, der bereits von Natur aus in Malz enthalten ist. Natürlich ist Malz zuckerhaltig, aber viele Hersteller setzen noch zusätzlich Industrie-Zucker zu und darauf beziehe ich mich in meinem Artikel.
      Ich denke, dass Malz sowieso zuckerhaltig ist, ist jedem soweit klar und ich weise ja auch darauf hin, dass ich von Malzpaste wenig halte, weil es eine Kalorienbombe ist :-)

      Liebe Grüße
      Charlie

      Löschen